Pille ist erste Wahl für junge Mädchen

Früh einsetzende Pubertät, jugendliche Neugier, Risikobereitschaft und mangelnde Aufklärung – diese Mischung ist häufig der Grund dafür, wenn Teenager schwanger werden. Laut Statistischem Bundesamt passierte das über 6.700 mal im Jahr 2007. Mehr als 50 Prozent der betroffenen Mädchen unter 18 Jahren ließen abtreiben.

Doch der körperliche Eingriff und die psychische Belastung wären vermeidbar. Neben der Aufklärung in der Schule sind auch die Eltern gefragt, denen es nicht immer leicht fällt zu akzeptieren, dass 14-jährige Teenies schon Sex haben. Doch die Verweigerung von Verhütungsmitteln hält die jungen Menschen meist nicht vom Geschlechtsverkehr ab. Heutzutage haben drei Viertel der Mädchen und zwei Drittel der Jungs mit 17 ihr „erstes Mal“ schon hinter sich.

Verhütungsmittel der ersten Wahl ist die Pille, denn sie ist – sofern sie richtig eingenommen wird – eines der sichersten Verhütungsmittel        überhaupt. Frauenärzte raten zwar dazu, zusätzlich ein Kondom zu benutzen, um das Risiko einer HIV-Infektion und anderer Geschlechtskrankheiten zu minimieren, lehnen aber den alleinigen Gebrauch der „Gummis“ ab. Anwendungsfehler führen oft dazu, dass der Schutz nur unzureichend ist.

Wichtig ist es allerdings, den Mädchen und jungen Frauen die Vorurteile zu nehmen, die sie manchmal gegenüber der Pille haben. So glaubt immer noch die Hälfte aller Mädchen, dass die Pille dick macht. Viele Teenies bezweifeln auch deren Sicherheit oder haben Angst davor, durch die Pille unfruchtbar zu werden. Gewiss gibt es geringe Risiken, beispielsweise für Raucherinnen, und mögliche Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Spannung in der Brust, jedoch sind die heutigen Pillen so niedrig dosiert, dass sie meist gut vertragen werden. Übrigens zahlt die Krankenkasse die Pille bis zum 21. Lebensjahr.

Als Alternative zur Pille kann ein Ring in die Vagina eingesetzt werden, der kontinuierlich Hormone abgibt. Auch Pflaster können als Hormon-Depot dienen. Möglich ist zudem das Implantieren eines Verhütungsstäbchens in den Oberarm. Normale Spiralen sollten jungen Frauen aufgrund des Entzündungsrisikos nicht eingesetzt werden. Das gilt nicht für eine spezielle Spirale, die in der Gebärmutter Hormone abgibt und bis zu fünf Jahren dort verweilen kann.